Sie sind jung und wollen ihr Leben aufbauen. Aber sie haben es sehr schwer. Sie sind Mädchen und junge Frauen, alleinerziehend, junge Männer, ohne Ausbildung, arbeitslos, krank oder behindert. Sie könnten Gemüse anbauen und verkaufen, für ein eigenes kleines Einkommen. Aber das muss ihnen jemand beibringen.
Von Herbst 2022 bis Frühjahr 2024 absolvierte Frau Linda Yambazi aus Sanya Juu (Siha) an der Agrarfachschule in Fürth den Meisterkurs in Gemüsebau und schloss ihn erfolgreich mit dem Meisterbrief ab. Ihr Praktikumssemester leistete sie im ‚Knoblauchsland‘ in Nürnberg-Buch ab. Nun leitet sie die Ausbildung von vor allem jungen Menschen im Dekanat Siha.
Die Kirchengemeinden in Siha haben 110 junge Menschen benannt. Diese durchlaufen einen dreijährigen Kurs für Gemüsebau, Verarbeitung, Vermarktung und Verkauf. Dafür wurden Lernfelder angelegt und es werden Schulungskurse in Theorie und Praxis abgehalten. Dies gibt ihnen eine wirtschaftliche Basis und stärkt die Ernährungssicherheit. Umweltverträglichkeit und Naturschutzpraktiken werden auch berücksichtigt.
Der Erfolg dieses Projektes hat sich in Siha herumgesprochen. Inzwischen kommen auch etwa 30 Bauern zu Linda Yambazi, um sich von ihr beraten zu lassen.
Je nach Lage und klimatischen Bedingungen werden die entsprechenden Gemüsearten angebaut. Es gibt Lernfelder in den Kirchengemeinden in Sanya Juu (Green Acres Farm) und Merali Sanya Juu (Golden Harvest Farm), Ngarony (Jugendprojekt Gartenbau), Emmanueli (Women Dreamland Farm), Ohiny (Gartenbauprojekt „Frauenpower“), Nasai (Upendo Group), Kyare (Projekt „Friedlicher Gemüseanbau“).
Eindrücke von der Tomatenernte in Sanya Juu Merali. Dafür mussten auch Tagelöhner angestellt und ein Lastwagen gemietet werden.
Das Dekanat Fürth trägt die Personalkosten von Frau Yambazi, finanziert den Kauf der nötigen Geräte und des ersten Saatguts. Mit regelmäßigen Berichten werden wir über den Fortschritt des Projekts informiert. Ziel ist es, dass die jungen Menschen nach dem Projekt ihre Gartenbaupraktiken selbstständig fortsetzen können, sowie Nahrungsmittelsicherheit, nachhaltige Landwirtschaft und ein verbesserter sozialer Zusammenhalt.